2. Westsächsischer Chorwettbewerb - Wertungssingen in Chemnitz
Gedanken eines ehemaligen Mitglieds des Ensembles Musica Chemnitz
(erschienen in der Verbandszeitschrift "UNISONO")
Im letzen Jahr musste ich nach 15 Jahren Chorsingen aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Schweren Herzens nahm ich im Dezember 2009 Abschied vom Ensemble Musica Chemnitz. Natürlich bleibt die Verbindung zum Chor erhalten. Und so kam es, dass ich am 09.Mai 2010 als Zuhörerin im Kleinen Saal der Stadthalle Chemnitz anwesend war.
Mein Ensemble war in der Sonderkategorie gemeldet. Das fand ich ziemlich mutig, denn vor zwei Jahren waren wir in der Kategorie gemischte Chöre gestartet. Damals konnten wir den Wanderpokal mit nach Hause nehmen. Diesmal also ein ganz anderer Anspruch und vor allem war die Konkurrenz viel stärker, eigentlich ganz klar eine Nummer zu groß für uns.
Also lag doppelte Spannung in der Luft: Werden sich meine ehemaligen Mitstreiter wie gewohnt im Auftritt steigern und wie können sie sich unter den anderen Chören behaupten?
Schließlich ist unser Altersdurchschnitt deutlich höher als bei den anderen drei Chören der Sonderkategorie, unsere ältesten Sänger sind über 80 Jahre alt.
Das Programm war vom Chorleiter Wolfgang Richter gut ausgewählt: Golle „Wem der Friede in das Herz gedrungen“, Mendelssohn-Bartholdy „Im Grünen“, Schumanns „Heidenröslein“ und als musikalische Perle das Quodlibet von Melchior Franck.
Zwei Titel kannte ich noch, aber auch hier wie bei den neu einstudierten Titeln von Schumann und Golle bemerkte ich den Qualitätssprung. Mir fiel die Exaktheit der Einsätze auf, aber auch die Ausgewogenheit des Klanges der Stimmgruppen - trotz chronischem Mangel an Tenören. Ein Lob den Standhaften!
Im Anschluss folgten drei wirkliche Spitzenleistungen, klassische Chordarbietungen, für die Ohren bestens, für das Auge weniger. Das lag einesteils an den konservativen schwarzen Outfits, aber auch an den hochkonzentrierten Mienen der Sängerinnen und Sänger. Die Programme boten wenig Abwechslung. Sie waren anspruchsvoll und nuancenreich - abgestimmt auf ein Wertungssingen - weniger auf Unterhaltungswert für das Publikum abzielend. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man beides miteinander verknüpfen kann. Bei „meinem“ Ensemble war die Freude am Singen trotz aller Anspannung nicht zu übersehen.
Natürlich zittert man mit seinen Sängern um den Ausgang der Wertung. Die Jury gab uns 80,3 Wertungspunkte und so erhielten wir ein Silbernes Diplom, auf das wir sehr stolz sind.
Als passiver Teilnehmer am Chorwettbewerb fand ich die Veranstaltung sehr gelungen. Alle Chöre trugen mit ihren Auftritten zu einem unterhaltsamen Fest der Chormusik bei.
Bei zukünftigen Konzerten und beim nächsten Sängerfest des Musikbundes Chemnitz bin ich bestimmt wieder mit dabei.
(Ursula Gläser, Mai 2010)










