Vielstimmiges Chorsingen im Leipziger Gewandhaus
Was für ein Tag, dieser 12. Dezember 2008! Das Ensemble Musica Chemnitz fährt gut gelaunt und erwartungsfroh mit dem Zug nach Leipzig. Seiner Bewerbung für das 14. Gewandhaussingen sächsischer Chöre war die Einladung gefolgt. Nun freute sich jeder auf das gemeinsame Singen im Großen Saal des wunderschönen, modernen Konzerthauses, berühmt auch für seine hervorragende Akustik.
Doch vorher, ab 12,30 Uhr, stellte sich jeder der zwölf Chöre in einem der Foyers mit kleinen Programmen vor. „Wir hatten uns für eine Mehrfaltigkeit an Chorstilstik entschieden“, sagte der Chorleiter der Chemnitzer Wolfgang Richter, Vizepräsident des Sächsischen Chorverbandes, „Titel ausgewählt vom temperamentvollen Spiritual bis hin zum anspruchsvollen Chorwerk von Zoltán Kodály. Ziel war, die Leistungsfähigkeit des Chores zu präsentieren, die sich nicht zu verstecken brauchte.“
Das Foyersingen war eine Chance für Publikum und „Aktive“, jeden der Chöre unisono und ganz verschiedene weihnachtliche Lieder und Klänge zu hören. Sogar aus Frankreich war „Choraly“ angereist, den die temperamentvolle, zierliche Catherine Guèant leitete. Die Stimmung viel fröhlicher, weniger geruhsame Besinnlichkeit. Leider war die Zeit für die Miniauftritte etwas knapp bemessen.
Im Festkonzert ab 14 Uhr hatte das Ensemble Musica Chemnitz seinen Platz auf der Orchesterempore. Unten auf der Bühne boten vier Chöre ihre Soloprogramme im sehr gut besuchten Großen Saal: Chor des Völkerschlachtdenkmals (Leitung Sven Kühnast), Bergsteigerchor Sebnitz (Matthias Hieke), Schwanenschloß Kinderchor Zwickau (Steffen Klaumünzer) und der Philharmonische Jugendchor Leipzig (Marcus Friedrich). „Das war für mich Höhepunkt der dort dargebotenen Beiträge“, sagte Barbara Heldt vom Ensemble Musica, „sowohl vom Inhalt als auch von der Ausführung her. Dass in-sich-gehen im wahrsten Sinne des Wortes Einsingen und Formieren zum Chor führte auf wunderbare Weise hin zum Programm ,Vielharmonisches Weihnachten’.“
Zum Abschluss vereinten sich alle Stimmen zum Gesang. „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ nach dem Text Martin Luther und „Es wird ein Stern aus Jakob aufgehn“ aus dem unvollendeten Oratorium „Christus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gedacht wird. In das abschließende Weihnachtslied „Süßer die Glocken nie klingen“ stimmte auch das Publikum mit ein.
Eine Wiederholung der Reise nach Leipzig in diesem Jahr – das wäre doch was!
Johanna Hauswald (Januar 2009)










